Die Kreative Küche - Essen mit Herz und Verstand

Praxis für Ernährungsberatung und Kochatelier



Ich werde immer wieder gefragt, welche Produkte ich empfehle.

Hier meine 10 allgemeinen Tipps für einen bewussten Einkauf, ohne Berücksichtigung individueller (Un-)Verträglichkeiten oder individuelle Ernährungsempfehlungen.

1. Bevorzugen Sie Grundnahrungsmittel und bereiten Sie Ihr Essen weitgehend selbst zu.

Um den Arbeitsaufwand gering zu halten, bevorzugen Sie einfache selbst zubereitete Gerichte - gegenüber aufwendigen, aber "raffiniert" klingenden Fertigspeisen.

  • Was genau meine ich damit: Grundnahrungsmittel sind Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Mehl, Nudeln, Gewürze, Kräuter, Milch, Natur-Milchprodukte (ohne Frucht -, Zucker-, Schokolade-, Kräuter- Zubereitungen), Öle, Nüsse, Käse, Zucker, Honig, Fleisch, Fisch, Eier in unverarbeiteter Weise.

  • Ein Gericht aus Grundnahrunsgmittel wäre zum Beispiel: Pellkartoffeln mit Quark und Gemüsesticks statt einem "Mediterranem Kartoffelgratin mit Bechamelsoße" aus dem Päckchen. Wählen Sie kleine Kartoffeln, dadurch verkürzt sich die Garzeit. Oder Kartoffelgratin aus Kartoffeln, Mich, Sahne, Gewürze und tiefgekühltem Gemüse. Ihr Vorteil: Mehr Ballaststoffe (Schale), weniger Fett (keine Soße), weniger gehärtete Fette, Zusatzstoffe und Hilfsstoffe als im Fertigprodukt.

  • Oder: Vollkornnudeln mit Hackfleischsoße aus (Bio) Hackfleisch, Zwiebeln, Knoblauch, Salbei/Kräuter, Tomatenpassata -  statt fertige Hackfleischsoßen, Hackfleischsoßenzubereitungen, Würzzubereitungen oder Fertiglasagne zu verweden. Aus gekochten Nudeln mit Hackfleischsoße lässt sich auch schnell ein einfacher Nudelauflauf machen. Ihr Vorteil: Auch hier haben Sie die Liste der industrieellen Hilfsstoffe deutlich verkürzt, die Kalorien reduziert und Ballaststoffe angehoben. Besseres Preis-Leistungsverhältnis.

2. Behalten Sie bei verarbeiteten Lebensmitteln die Zutatenliste im Blick! Was ist eine Zutatenliste und wie lese ich sie?

Eine Zutatenliste kann man als Rezept verstehen. Beginnend mit der mengenmäßigen Hauptzutat, in absteigender Reihenfolge. Also was am Anfang steht, ist am meisten drin.  Nicht zu verwechseln mit den Nährwertangaben für Kalorien, Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate...

Die Wörter "Vielfalt und Abwechslung" werden häufig missverstanden. Es geht nicht um innovative Ideen, die sich an Exotik und Unaussprechlichkeit der Zutatenliste übertreffen, sondern eher um eine Vielfalt in der Auswahl der Grundnahrungsmittel. Deshalb verwenden Sie "einfache" Lebensmittel mit kurzer Zutatenliste.

  • Was meine ich damit: Es darf auch "einfach" sein. Ein belegtes Käse-Vollkornbrot mit rohem Gemüse oder Obst kann alle Nährstoffe haben, die ein Frühstück oder Abendessen braucht. Variieren Sie den Belag. Auch mal vegetarische Brotaufstriche, kalter Braten, Scheibe Käse, hartgekochtes Ei, Tomate/Mozzarella, Rucola ...  Sie möchten Abwechlung, dann eignen sich Weißkrautsalat* oder Rollmops**, ein Gemüse, das Sie noch nie gegessen haben, gesäuerte Milchprodukte wie Quark, Buttermilch, Dickmilch, Kefir oder Joghurt.
  • Kaufen Sie pure Milch und Milchprodukte, ergänzen Sie mit Obst, Gemüse, Flocken, Brot, Zimt, Vanille, einem Klecks Marmelade oder Honig, um sie Ihrem Geschmack anzupassen. Das sind schnelle Lösungen. Wenn es raffinierter sein soll, nehmen Sie sich Zeit und bereiten es sich selbst zu. Oder wählen (selten) eben ein Fertigprodukt von "besserer Qualiät", mit kurzer Zutatenliste, nahe an der Originalrezeptur. Es ist nicht nötig für eine "gesündere" Variante Lebensmittel wie "Mango-Lassie, Chai-Latte, Kokos-Schoko-Trifle, Protein-Brot, Chiasamen-Knuspermüsli usw..." zu essen. Sie haben nicht automatisch einen höheren Gesundheitswert. Diese Produkte machen unseren Alltag etwas "aufregender", aber eben nicht unbedingt gesünder. Keine Sorge, die Industrie erfindet das Rad nicht neu - meist nur tolle Namen. Vielleicht hilft es unserem kreativen Selbstbewusstsein auf die Sprünge, wenn wir unseren selbstgemischten Joghurt mit Himbeeren mutig "Frozen-Snowwhite" (Gefrorenes Schneewittchen) nennen? Oder ein toll belegtes Vollbrot mit Rucola und Bergkäse "Allgäuer-Power-Sandwich".  
  • Werbung und Medien erwecken mit Ihren "neuen" Erkenntnissen (die häufig nur wieder neu ausgegraben sind, vergleichbar mit einem alten Kleidungsstück aus dem Keller, das wieder neu entdeckt wird) oftmals das Gefühl in uns, dass "normale Lebensmittel" uns nicht ausreichend mit Nährstoffen und Vitaminen versorgen, weshalb viele zu "Superfood", "Health-Food" o.ä. greifen. Das ist nicht nötig. Man kann sie verwenden, aber aus meiner Sicht nur mit dem Bewusstsein, es ist Marketing - nicht Gesundheit.
  • *Weißkrautsalat - auch ein Fertigprodukt? Das stimmt, aus meiner Sicht, aber akzeptabel: mit Essig-Öl-    Dressing, hat er folgende Vorteile: kalorienarm, ballaststoffreich, fermentiert, Milchsäurebakterien, kauen ist  nötig, Geschmacksvielfalt wird angesprochen, gute Sättigung, deutliche Zeitersparnis gegenüber der frischen Zubereitung. Weißkraut wird durch die Marinade und das durchziehen bekömmlicher. **Rollmops: gute Omega 3 Fettsäuren-Quelle, Fisch ist noch empfehlenswert im Gegensatz zu Thunfisch  (Bestände und Quecksilberbelastung) und Lachs (Bestände und Preis)                


3. Achten Sie auf das Ausmaß der Verarbeitung:

Nicht nur die Inhaltsstoffe, sondern auch der Verarbeitungsgrad haben Auswirkungen auf unsere Gesundheit. So gibt es Studien die zeigen, dass Personen, die weniger Fertigprodukte essen, seltener an typischen Zivilisationserkarnkungen leiden.

    Mehr dazu in meinen meditarranen Kochkursen, Hier geht es zu den aktuellen Terminen.

  • Für Zivilisationserkrankungen ist Übergewicht der größte Risikofaktor. Dieses wird durch stark verarbeitete - prozessierte - Lebensmittel gefördert: Durch die Zerkleinerung können mehr Fette und Zucker untergebracht werden, d. h. sie enthalten mehr Kalorien, pro 100g. Diese werden auch effektiver vom Körper aufgenommen. Normalerweise wird  ein Teil der aufgenommenen Kalorien für die Verdauung selbst verbraucht. Sind diese aber schon so stark zerkleinert - quasi wie vorverdaut - kann dieser Vorgang "eingespart" werden. Dadurch werden - im Verhältnis - mehr Kalorien aufgenommen. Also doppelter Effekt: 1. Mehr Kalorien sind enthalten und 2. Mehr Kalorien werden aufgenommen.
    Außerdem sind die Lebensmittel weich und müssen, 3. Weniger Kauleistung: Beispiel: Toast/ auch Vollkorntoast im Vergleich zu normalem Vollkonbrot. Durch extremes Vermahlen und "fluffig" machen gelingt es ein "bequemes" Brot zu produzieren, das kaum noch sättigt und schnell gegessen werden kann. Auch hier gehen zwei Faktoren die Sättigung ausmachen verloren: Zeit und Volumen. D. h. man kann mehr "Menge" also auch mehr "Kalorien" essen, bis eine Sättigung eintritt. Zudem muss der Verdauungsapparat nicht mehr so viel arbeiten und wird träger. Auch hier zeigt die Beratungserfahrung, Personen, die hochverarbeitete Lebensmittel bevorzugen, können nicht so effektiv Gewicht reduzieren oder halten - trotz vermeintlich "gesünderem Essen". Aber nicht jeder ist übergewichtig, so können diese Nachteile auch für manche Personen ein Vorteil sein. Dazu kann eine individuelle Ernährungsberatung/Therapie sinnvoll sein.

  • Man sollte aber nicht nur das Essen isoliert betrachten,  und auch nicht nur "selbst zubereiten und bio Lebensmittel" verwenden und sich in "Sicherheit wähnen". Auch Mengenverhältnisse spielen eine Rolle, ebenso der Lebensstil wie z.B. Stress, Bewegung, Alkohol, Nikotin, Drogen, Umweltgifte, Medikamente, psychische Verfassung, Veranlagung....


4. Schauen Sie selbst - machen Sie den Kühlschrank - und Vorratsschrank-Check! 

Längst zählen nicht nur "Ravioli aus der Dose" oder "Fertigpizza"  zu den Lebensmitteln mit langer Zutatenliste. Auch Salatsoßen, Würzmittel, Grillsoßen, vegane Produkte, Getreidedrinks, Soßenpulver, Fruchtjoghurt, Kekse, Süßspeisen, Kaugummis, Brotaufstriche, Fisch in Soße, überbackene Fischfilets, Gebäck, Brot, Wurst, Frischkäsezubereitungen, Feinkostsalate, Sojawürstchen ... gehören in diese Gruppe.

  • Hier ein paar kleine Beispiele, die wir "regelmäßig in den Mund nehmen":  Schlagsahne enthält oft Carrageene = E 407, welches auch im Bio-Segment erlaubt ist. Carragene werden kritisch im Zusammenhang mit Darmbeschwerden gesehen. Wählen Sie hier einfach eine ohne Carrageene. In der Zutatenliste finden Sie dann nur: Schlagsahne xy% Fett. Oder Passata (Tomatenpürre) wird häufig mit Salz und Säuerungsmittel versetzt, es gibt sie aber auch nur mit Tomate.  Zutatenliste: Tomatenpüree


5. Wissen Sie Bescheid - muss es immer "bio" sein? Ist regional immer besser? Was sagen eingentlich die unterschiedlichen Labels aus?

Mittlerweile sind die Verpackungen voll mit Labels und Informationen. Auch Bio Labels und Herkunftlabels haben sehr unterschliedliche Standards. Hier sind einige Links, die helfen die Unterschiede zu verstehen.

  • Nicht immer möchte man sich beim aktuellen Einkauf mit diesen Labels beschäftigen. Trotzdem ist es sinnvoll sich mal Zeit zu nehmen und tatsächlich zu wissen, was esse ich da eigentlich. Zu diesem Zweck habe ich einige Seiten verlinkt. Sie führen zu den verschiedenen Labels auf den Verpackungen, z.B. zur Verbraucherzentrale B.W. oder zum MLR (Ministerieum für ländlichen Raum und Verbraucherschutz),  Auch zur Frage ob Bio immer besser ist, habe ich hier drei Links zu häufigen Biolabels: EU - Bio, Bioland und Demeter e.V.  Hier sehen Sie die qualitativen Unterschiede, welche auch die deutlich unterschiedlichen Preise erklären. Ebenso zur Gentechnik - mit konkreten Listen zu einem gentechnikfreien Einkauf, auch mit Hinweisen von Greenpeace. Außerdem einen Link der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) mit einer Studie zum Gesundheitswert von Bio-Lebensmittel. Lesen Sie selbst und entschieden Sie was Ihnen wichtig ist.


6. Seien Sie selbstbewusst - trainieren Sie Ihren Geschmack!

Industriell gefertige Lebensmitel haben, neben den Inhaltstoffen, auch eine sogenannte Matrix, Konsitenz, Fluffigkeit,,, denen Sie - oder Ihre Tischgenossen, oft versuchen zu Hause nachzueifern. Das wird Ihnen nicht - oder nur mit viel Aufwand gelingen. Machne Zutaten kann man einfach nicht kaufen. Aber es lohnt nicht, dem nachzutrauern. Seien Sie selbstbewusst - "mit Herz und Vestand anders" lautet das heimische Qualitätssiegel. Hat sich eine Person erst mal mit den industriell gefertigten Lebensmittel angefreundet, kann der Weg zu "Selbstgemacht" erst mal anstrengend sein. Wer jahrelang fertigen Milchreis gegessen hat, mag keinen Selbstgekochten. Wer Fertigsuppe kennt, findet selbstgekochte Brühe erst mal "fad" und irrt dem "gewissen Etwas" hinterher. Hier helfen Kochkurse und gemeinsame Kocherlebnisse weiter.

  • Beispiel:  Wie schafft es die Industrie 30 Würfelzucker (90g Zucker) pro Liter Limonade unterzubringen? Machen Sie den Test: 1 L Wasser und 10 Würfelzucker (30 g Zucker) und probieren Sie. Sie finden das reicht? Machen Sie nun den Saft einer Zitrone dazu ... uih sauer, nun wieder etwas mehr Zucker ... nochmal 20 Würfelzucker (60g Zucker) ... und Sie sind hinter das Geheimnis der Limonade gekommen! Je mehr Säure, desto mehr Zucker. Die Zutat heißt "Säuerungsmittel". Umkehrschluss: will ich "gesunde Limonade" herstellen, dann macht man was? Richtig, weniger Säure. Wieso das nicht im großen Stil angeboten wird? ...
  • Zucker macht nicht süchtig - zumindest nicht wie Heroin, Alkohol oder Ähnliches. Trotzdem wird es von vielen Menschen so empfunden und ist es eine der schwierigsten Dinge zu reduzieren oder wegzulassen. Ich plediere für einen bewussten Umgang. Sie kontrollieren die Menge nicht eine Firma. Bestimmte "Lebensmittel", besonders fett- und zuckerreiche, wenden sich in unserem Gehirn, an die Region die mit Belohnung zu tun hat. Das erklärt die Magie von Chips, Schokolade und Co. , manchmal hilft es das zu wissen, um die Kontrolle zurück zu erlangen. 
  • Auch hier kann ich aus der Beratugnerfahrung sprechen, dass die meisten Personen sich besser fühlten, wenn es gelang die Menge zu reduzieren. Auch Stolz ist ein Gefühl, das sich hier einstellt.

Hier kommen nun wieder meine Kochkurse ins Spiel. Diese sind dazu gedacht entweder den Weg zurück zu finden oder zu zeigen wie es geht, oder neue Ideen zu bekommen.                                                                                  

Auch das Vorurteil "Alles was gesund ist, schmeckt nicht" gehört danach der Vergangenheit an.



7. Beachten Sie die "versteckte Zutatenliste"   - einiges muss nicht deklariert werden.

Ich habe Ihnen hier einen Link https://www.transgen.de/anbau/flaechen_international.html , der Ihnen erklärt, wo wir überall in unseren Lebensmitteln Enzymen begegnen. Diese sind gentechnisch verändert, sind weder deklarierungspflichtig, noch gibt es Langzeit-Studien darüber, was sie im Körper bei langjähriger Aufnahme bewirken. Selbst wenn sie nicht gesundheitsschädlich sind/sein sollen, so sind die meisten Menschen nicht begeistert, diese im täglichen Essen zu haben, ohne Sie bewusst ausschließen zu können.

  • Eines der wichtigsten Lebensmittel ist hier Brot! NEIN ES MACHT NICHT DICK - Höchstens der zu DICKE BELAG!  Ein ursprüngliches Vollkornbrot, mit langer Teigführung, kurzer Zutatenliste, moderatem Belag und vernünftiger Menge gegessen, ist kein Problem, sondern eine Bereicherung!
  • In diesem Link zur SWR Sendung Marktcheck "Das Geschäft mit Brot" werden diese Details, auch zu Enzymen, bei der Brot-Herstellung erklärt:

https://www.ardmediathek.de/ard/video/marktcheck/das-geschaeft-mit-brot/swr-fernsehen/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExOTI4Mzk/

Sie wollen selbst Brotbacken? Hier geht es zu meinen Brotbackkursen:

https://www.kreativ-kochen-stuttgart.de/backkurse/


8. Entscheiden Sie so, ob ein Fertigprodukt vertretbar ist.

1. Kennen Sie die Zutaten? Sobald Sie in den Bereich der unausprechlichen Fremdwörter kommen, Sie diese Zutat aus keinem Kochbuch kennen oder es mathematisch wird (E-Nummern), sollten Sie überlegen, ob Sie dieses Produkt WIRKLICH brauchen. E-Nummern sind nicht immer "schlecht", aber zumindest mal ein Grund genauer hinzuschauen.

  • Natürlich sind Brot, Nudeln, Marmelade, Tomatenpassata, Tiefkühl-Gemüse und -Obst, Pesto, Fruchtjoghurt schon "verarbeitete Produkte" oder "Fertigprodukte". Diese immer selbst zu machen, wäre im Alltag unrealistisch. Hier gelten dieselben Regeln, wie schon bei 2. und 3. beschrieben: Kurze Zutatenlisten, nahe an der Originalrezeptur, wenig verarbeitet. Auch ist es sicher keine Katastrophe hin und wieder Produkte zu essen die eine längere Zutatenliste haben oder die einer exotischen Sprache gleichen - aber das sollte nicht täglich oder regelmäßig der Fall sein. Es macht hier einfach die Summe und Regelmäßigkeit, nicht einzelne, ungünstige Tage.

2. Ist die Zutatenliste nahe an der Originalrezeptur? Wenn Sie grundlegend Kochen können, sind Sie hier im Vorteil. Nehmen wir Kartoffelpüree: Originalrezept: Kartoffeln, Milch, Salz, Muskat, optional Stich Butter. Fertigprodukt:  Zutaten: 99 % Kartoffeln, Emulgator Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren, Stabilisator Diphosphat, Aromen, Antioxidationsmittel sowie Natriummetabisulfit. Unter Umständen sind auch Enzyme enthalten, diese sind jedoch nicht kennzeichnungspflichtig.

  • Phosphate sind ein eigenes Kapitel: sehr viele auch in Wurst, sie können Calcium aus Knochen lösen und manche sind für den Alterungsprozess mit verantwortlich... .


9. Bleiben Sie dran! Preis und Geschmack sollten nicht die einzigen Ratgeber sein.

Nach dem Essen - ist vor dem schlechten Gewissen? Sie sind manchmal unzufrieden, dass Sie sich von Heißhunger, spontanen Gelüsten, dem Angebot, dem Preis und wider besseren Wissen - leiten ließen? 

Machen Sie sich nicht verrückt, aber bleiben Sie dran! Versuchen Sie - wie bei einem guten Gericht - das ausgewogene Rezept - passend zu Ihrem Alltag zu finden. Kleine Schritte bringen Sie auch ans Ziel. Versuchen Sie nicht in "Gut oder Schlecht" zu kategorisieren, sondern abzuwägen, was Ihnen im jeweiligen Moment wichtig ist. Ich hoffe die genannten Tipps können Sie dabei unterstützen. Unterschätzen Sie nicht die Macht, die der Kunde hat. Werden bestimmte Dinge nicht mehr gekauft und andere dafür nachgefragt, findet ein Wandel statt.


  • Denkanstoß: Ich male gerne folgenes Szenario: Gehen Sie in den Supermarkt und denken Sie sich 90 % aller Produkte weg, bis nur noch die Grundnahrungsmittel übrig sind. Wir hätten keinerlei Einbußen in unserer Lebensmittelqualiät. Nun kann man sagen: "Die böse Industrie, wieso machen die das?" -  Es wird produziert, was gekauft wird. Somit kann man bei sich selbst beginnen. Suchen Sie in der jeweiligen Produktgruppe, nach den "Basics" den einfachen, häufig auch "No Name"- Produkten.
  • Das ist mir zu teuer? Ich versuche hier zu appelieren, bewusster einzukaufen. Wenn Sie sich keine Bio-Haferflocken für 2,39 € leisten können/wollen, dann nehmen Sie die "No Name" - Flocken für 0,49 Cent. Das Biobrot ist auch recht teuer (hat seine Berechtigung - ist ein Kapitel für sich, sehen Sie hierzu den SWR-Film unter Punkt 7). Selbst Brot zu backen ist aber tatsächlich wieder in - und nicht schwer. Nebenbei, ich biete auch Brotbackkurse an :). Bio-Fleisch - hier versuchen wir es über die Menge: Es soll sowieso nur 2-3 mal Fleisch pro Woche geben, die Menge ist dabei so klein, dass sich der Ein oder Andere dieses in Bioqualität leisten kann - oder - die Menge ist so klein, dass sich ungünstige Nährstoffe oder Phosphate (Wurst und Fleischwaren) in Grenzen halten. Also der Mengen-Ansatz ist hier richtig und jeder kann es seiner individuellen Lage anpassen. Süßigkeiten und Knabberwaren (ganz schön teuer) nur eine kleine Hand pro Tag, Gespartes kann in Gemüse und Obst wandern...
  • Sie denken alles gut, aber ich habe einfach keine Zeit mein Essen zu machen ... Vielleicht hilft es den Gesichtspunkt zu ändern. "Der Mensch ist was er isst" . Wie gesagt, es geht nicht darum aufwendig zu kochen, einfache Gerichte, bezogen auf  Zutaten und den Schwierigkeitsgrad sind völlig in Ordnung. Sie möchten gerne mehr selbst kochen und brauchen Unterstützung: Hier können meine Grundkochkurse weiter helfen oder Kurse zu "Schnelle Rezepte - Meal Prep" Anregungen liefern.
  • Welche Zusatzstoffe sind für empfindliche Personen oder Kinder kritisch? Hier können Sie eine Liste mit den kritsichen Zusatzstoffen herunterladen:

Memokarte kritische Zusatzstoffe Kinder.pdf


10. Erweitern Sie Ihre Geschmackserfahrungen!

Lassen Sie sich nicht nur von dem Gedanken "worauf habe ich Lust, was schmeckt mir, was geht schnell" leiten. Versuchen Sie sich selbst und Ihrer Familie gegenüber, eine verantwortungsbewusste Haltung einzunehmen. Dann fällt es Ihnen sicher leichter. "Die machen nicht mit?"  Bleiben Sie entspannt, man braucht einen langen Atem. Versuchen Sie kleine Schritte zu gehen: gemeinsam Kochen und nicht dogmatisch oder bevormundend zu sein. Weitere Tipps finden Sie auf den Seiten Rezepte und Anleitungen und Humorvolles für Schwaben!

  • Einige Hilfen für die Speiseplangestaltung:
  • Was hat Saison?  Hier zum Saisonkalender, mit ihm kann man Vielfalt erreichen.

 



  • Wie gestalte ich einen Wochenspeiseplan?
  • 1-2 mal Fisch/Woche
  • 2-3 mal Fleisch/Woche
  • Restliche Tage vegetarisch
  • Hier einige Beipiele für Speispläne und Resteverwertung, häufig bringt es schon eine Verbesserung, die warme Hauptmahlzeit zu planen:


 


Es beginnt mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung und endet mit einem geplanten EInkauf.

Fazit:

Sie finden meine Einkaufstipps ganz schön UNBEQUEM? Ja, nun ist die Katze aus dem Sack. Da haben Sie leider recht, es ist wohl der gemeinsame Nenner, dieses Konzeptes. Bevor man es schafft, dies als ein Konzept zu verinnerlichen, mag es unbequem erscheinen. Damit werde ich wohl nicht die Hitliste der "Beliebtesten Einkaufstipps" erklimmen. Es beginnt mit der Auseinandersetzung dieses Themas, hin zum geplanten Einkauf , idealerweise mit Einkaufszettel. Selbst die Herstellung der Lebensmittel ist unbequemer, schon für den Bauern, Landwirt, und denjenigen, die sie für uns vorbereiten. Z.B. Bäcker, Metzger, Molkereibetriebe - sie haben mit "weniger Zutaten - mehr Qualität" auch "mehr Arbeit", höhere Hygienerichtlinien usw. Dann bereiten wir selbst das Essen zu, mit Planung und Know-How und einfachen Rezepten. So lässt es sich das organisieren und idealerweise schaffen Sie es daran auch Freude zu finden und nicht nur die Belastung zu sehen. Außerdem heißt das nicht, dass man nicht hin und wieder mal Dinge isst, die eben nicht so ideal sind. Wenn im allgemeinen die Mischung passt, ist das überhaupt kein Problem. Wie viel von Was, ist ja auch Teil der Ernährungsberatung, Orientierung gibt die Ernährungspyramide/DGE.

Sie fragen sich, wann Sie sich endlich ausruhen und zurücklenhen können? Vielleicht geht es Ihnen, wie vielen anderen, die schon bewusster eInkaufen und essen, man ist oft fitter und leistungsfähhiger, kann den Alltag und die Freizeit besser genießen und effektiver nutzen. Über diesen Weg schließt sich oft der Kreis und es funktioniert auch die "Belohnung" wieder gut - man ist zufriedener und kann leichter "unbequem verzichten".

Guten Appetit!